zu meiner Dokusammlung

Die Geschichte von meinem Tod. Erzählt von meinem Sohn.



Die Erzählung fängt schon im Juli 2021 an. Ich bin im Mai noch 35km mit dem Rad gefahren und erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 40km/h. Skaten mit knapp 30km/h war auch kein Problem für mich. Doch im Juli konnte ich das nicht mehr und brauchte Strophanthin um meine Kreislaufschwäche in den Griff zu bekommen. Ich konnte keine Höchstleistungen mehr erbringen. Ich schonte mich und konnte dann gänzlich auf Strophanthin verzichten.

Bei einer Radtour mit der Familie von meinem Sohn musste ich auf dem Heimweg mehrere Pausen machen. Mein Sohn und seine Frau redeten auf mich ein dies untersuchen zu lassen. Ich wusste um alle möglichen Probleme und war überzeugt davon, mich mit einem Gesundfasten davon befreien zu können. Ich habe mich geschont und erholt und brauchte kein Strophanthin mehr, das Gesundfasten habe ich mir fest vorgenommen.

In der letzten Oktoberwoche war ich schon geschwächt als ich am 26. Oktober auf der Demo in Wien mein Interview gegeben hatte. Denn ich hatte von 24.10 bis 26.10 Durchfall.
Danach wurde ich richtig krank. Von 27.10 bis 2 November bekam ich bis zu 40° Fieber und habe sehr stark und viel gehustet. In dieser Zeit lag ich in meinem Bett und hatte große Gliederschmerzen. Wenn ich nicht mehr am Rücken liegen konnte, musste ich mir lange überlegen mit welchen Bewegungen ich mich dann auf die linke oder rechte Seite drehen konnte. Ich schlief wann ich konnte - musste aber sehr viel Husten. Durch die Krankheit aß ich nicht viel und war dadurch in Ketose.

Ich nahm CDL und machte mir auch hochdosierte CDL Einläufe. Wie sich später herausgestellt hat, bekämpfte ich damit erfolgreich COVID 19. Die Selbsttests, die ich gemacht hatte, waren alle negativ.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich das jedoch nicht und ich vermutete eine Vergiftung und dann eine Strahlenbelastung, die unter Umständen Corona ausgelöst haben könnte.

Am 2. November ging es mir am Morgen nicht mehr so schlecht. Ist stand auf und ging zu meinen Hunden. Dort saß ich und spührte die Sonne auf meiner Haut. Die Anstrengung zwang mich dann aber wieder ins Bett und ab da wurde es schlechter. Mein Sauerstoffgehalt im Blut wurde immer weniger. Er lag je nach Zustand knapp unter 70 – 80%. Wenn ich mich auf das Atmen konzentriert hatte und tiefe Atemzüge machte, erreichte ich schon 84%. Das fiel mir aber sehr schwer und tat mir weh. Ich bat meinen Sohn mich zu einem Arzt im Norden Wiens zu bringen.
Dort war ich eine Stunde im Sauerstoffzelt. Danach war mein Sauerstoffgehalt bei ca. 75%. Mit zusätzlichem Sauerstoff über eine Sauerstoffflasche und Maske wurde mein Sauerstoffgehalt im Blut auf bis zu 87% angereichert. Zusätzliche Maßnahmen sollten mir noch mehr Energie geben.
Mein Herzschlag war die ganze Zeit auf über 110 Schläge pro Minute. Das lässt sich einfach erklären: weil das Herz versucht durch den geringen Sauerstoffgehalt im Blut die Organe und das Gehirn mit mehr Blut zu versorgen und dadurch schneller schlägt.

Angestrengt von den Prozeduren fuhr ich dann mit meinem Sohn wieder nach Hause.

Erzähler: Zu Beginn war in der Klinik noch von einer Blutabnahme und einer Infusion die Rede. Die wurde aber leider nicht gemacht. Weiters haben wir keinen Sauerstoff nach Hause mitbekommen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht die Information, dass der geringe Sauerstoffgehalt im Blut die Organe schädigen würde. Unter 90% wird als erstes die Lunge und dann das Herz in Mitleidenschaft gezogen.
Ich vertraute meinen Vater und seiner Wahl des Arztes. Ich wusste es zu dem Zeitpunkt nicht aber wir hätten unbedingt Sauerstoff mitnehmen müssen.


Als wir im Auto saßen und nach Hause fuhren, musste ich mich gleich nach Antritt der Reise zwei Mal übergeben. Mein Sohn fragte mich ob ich mich besser fühlen würde. Ich musste dies verneinen. Er meinte, dass wir dann etwas anderes machen müssten. Während der Fahrt schmerzte jede Bodenunebenheit und ich musste mich auf meine Atmung konzentrieren. Daheim angekommen war ich meinem Sohn dankbar und ging gleich schlafen, ich war sehr erschöpft.

Am 6. November war ich von den Strapazen des Vortages erholt. Doch wurde mein Zustand nicht besser. Über den Tag hinweg bis zum nächsten Morgen war mein Zustand schlechter geworden. Ich schlief fast die ganze Zeit. Besuch hatte ich über den Tag hinweg nicht mitbekommen.

Am nächsten Morgen am Sonntag, den 7. November, war mein Sohn bei mir und erkundigte sich nach meinen Wohlbefinden. Mir war bewusst, dass ich Hilfe brauchte und stimmte zu, Ärzte aus dem Ort und der Umgebung anzurufen und zu fragen, ob ich eine Infusion bekommen könnte. Mein Sohn beschrieb den Krankheitsverlauf. Kurz gesagt, 10 Tage im Bett Grippe Symptome, geschwächt, kaum gegessen und getrunken. So bat er um ärztliche Unterstützung für mich.
Nach dem dritten Anruf und immer der gleichen Aussage der Ärzte: „Ihr Vater muss in ein Spital“ blieb mir nicht viel anders über als zum Krankenhaus Wr. Neustadt zu fahren. Mit den Worten von meinem Sohn: „Wenn es dir nicht passt hole ich dich sofort wieder ab und bringe dich heim.“ Wurde ich dann überzeugt.

Wir fuhren nach Wr. Neustadt und kamen bis zum Portier. Der ließ uns nicht weiter und rief einen Arzt von der Ambulanz. Mein Sohn brachte mir einen Rollstuhl und ich konnte mich setzten. Der Weg vom Auto ins Spital hatte mich schon erschöpft. Als der Arzt da war, erzählte mein Sohn von meiner Grippe, den 40° Fieber und dass ich die letzten 10 Tage kaum etwas gegessen und getrunken hatte und eine Infusion brauchen würde. Der Arzt meinte, dass dies ein Hausarzt machen müsse und wollte uns wegschicken. Auch nach der Aussage, dass uns die Ärzte ins Spital schickten bestand der Arzt aus dem Spital Wr. Neustadt darauf uns weg zu schicken. Erst als mein Sohn den niedrigen Sauerstoffgehalt in meinem Blut erwähnt hatte, änderte der Arzt seine Meinung und nahm uns nach weiteren Erklärungen auf. Er schob mich in die Ambulanz und mein Sohn kam uns nach.

Die erste Frage war: „Sind sie geimpft?“ Das habe ich verneint. Die Reaktion des Arztes konnte ich nicht sehen und mein Sohn hat sie mir zu Lebzeiten auch nicht mitgeteilt. Sie war abwertend. Ich wurde in ein Behandlungszimmer gebracht und es wurde ein Antigen-Test gemacht. Dieser war positiv. Darauf verliesen von 4 Krankenhausangestellten 3 zusammen das Zimmer.

Erzähler: Ich hatte vom Warteraum direkte Sicht auf die Zugangstüren der Behandlungszimmer und habe mitbekommen wie die 3 Krankenhausangestellten darüber Sprachen.
„Positiv & nicht geimpft“. Ein Arzt telefonierte vermutlich mit einer Corona-Station als er an mir vorbei ging und von meinem Vater berichtete. Ich näherte mich ihm und erklärte ihm, dass mein Vater im Juli Kreislaufprobleme hatte und vermutlich mit dem Herzen etwas nicht stimmt. Die Aussage des Arztes war: „Das müsse man sicher abklären aber als erstes müssen wir Corona behandeln.“ Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass sie meinen Vater als Patienten behandeln möchten, der einen Gesamtzustand hat, mit allen seinen Symptomen und der Vorgeschichte, sondern „nur“ die Krankheit Corona behandeln wollten. Ich hatte ab diesem Zeitpunkt Angst um meinen Vater.


Der letzte Krankenhausangestellte kümmerte sich noch um mich und machte einen PCR-Test. Mir wurde gesagt, dass ich jetzt in ein Isolationszimmer gebracht werden würde und auf das Ergebnis vom PCR-Test gewartet wird. Ich wurde in einem Krankenbett verlegt. Auf dem Weg dorthin erkundigte sich mein Sohn, ob ich wisse, was mit mir jetzt passiert und ob ich damit einverstanden bin. Ich wusste ich brauchte Hilfe und eine Infusion würde mir sicher gut tun. Doch Kortison würde ich nicht zustimmen. Ich antwortete: Die Ärzte möchten mir Kortison geben, das möchte ich aber nicht. Schauen wir einmal. Mein Sohn versicherte mir noch einmal mich sofort abzuholen, wenn ich ihn darum bitten würde. Danach wurde ich in das Isolationszimmer auf die Coronastation gebracht. Es wurde noch ein Lungenröntgen gemacht und ich bekam eine NaCl Infusion. Es dauerte fast eine Stunde, bis diese in meinem Körper war.
Das Ergebnis vom PCR-Test war da und positiv. Der CT-Wert war auf 29,5 und nach meinen Erzählungen hätte klar sein sollen, dass ich Corona hinter mir gelassen habe und ich jetzt nur noch an einer Sauerstoff Unterversorgung und einer Lungenentzündung litt, die das Lungenröntgen bestätigt hatte.
Ich sprach mit der Oberärztin und lehnte den vorgeschlagenen Behandlungsplan ab. Ich äußerte Wünsche über meine Behandlung. Diese wurden mir aber verweigert. Es gebe einen Behandlungsplan für Coronapatienten und dieser müsse eingehalten werden. Auch wenn der CT-Wert von 29,5 zeigen hat, dass ich nicht mehr ein akuter Corona Patient war, bestand die Oberärztin auf eine Corona Behandlung. Nach ihrer Aussage gelten im Krankenhaus andere Regeln und ich sei nach wie vor ein akuter Corona Patient. Mein Zustand sei kritisch und lebensbedrohlich. Nun ja, ich war ja nicht ohne Grund im Spital.

Ich entschied mich das Krankenhaus zu verlassen und rief meinen Sohn an und bat ihn mich abzuholen. Dieser machte sich sogleich auf den Weg zu mir.

Ich sah die Möglichkeit mit einem Infusionszugang das Krankenhaus zu verlassen und mir die notwendige Behandlung selbst zu verabreichen. Ich zog meine Jacke über den Zugang und veranlasste meine Entlassung.
Unten wartete schon mein Sohn und wir fuhren nach Hause. Daheim angekommen, war ich wieder erschöpft und ging ins Haus. Ich bestellte gleich Infusionen und alles an Material was ich brauchen würde. Beziehungsweise was ich bekommen konnte.

Die nächsten zwei Tage versuchte meine Familie ärztliche Hilfe zu besorgen. Ich brauchte Infusionen und Sauerstoff. Die Aussage der Ärzte war, „Ich hätte im Spital bleiben sollen“ & „In der Quarantänezeit kann ich Sie nicht besuchen“ oder „ich sollte den Notarzt rufen der mich dann wieder ins Spital bringen würde.“

Erzähler: Mein Vater versuchte noch mit ein paar anderen Mitteln wieder zu Kräften zu kommen. Er wartete auf seine Bestellungen und erkundigte sich immer wieder danach.


Der Todestag 10.11.2021

In der Früh vom 10.11.2021 kamen die NaCl Lösungen bei uns Zuhause an. Meine Familie unterstütze mich beim Versuch, mir die NaCl Infusion zu verabreichen. Leider war in der Zeit schon der Zugang verstopft und wir bekamen ihn nicht frei. Mein Plan war es mit CDL angereicherte NaCl durch meine Adern fließen zu lassen und so meinen Sauerstoff Anteil im Blut zu steigern.

Ich wusste es langsam, die Zeit läuft mir davon. Und ich konnte mir nicht mehr selber helfen. Ich erinnerte mich noch an eine Ärztin, die mir helfen könnte und bat meine Frau die Telefonnummer zu suchen. Leider erreichte ich sie nicht gleich. Als mein Sohn wieder bei mir war, übernahm er einen weiteren Versuch sie zu erreichen. Ich selber konnte nur mehr sehr langsam und schwer reden. Er hat sie gleich erreicht.
Mein Sohn fing die Unterhaltung mit den Worten an: Wir brauchen dringend deine Hilfe. Die Antwort war: „Natürlich was ist passiert.“ Mein Sohn schilderte wieder in schneller Worten was passiert war. Als er an den Punkt kam, „Der Sauerstoffgehalt liegt zwischen 70% - 80%“ unterbrach die Ärztin ihn.
„Ich bin jetzt noch bei einem Patienten. Danach werde ich gleich Heim fahren, weil ich noch Dinge von Zuhause mitnehmen muss, die ich nicht im Auto habe, und melde mich wenn ich daheim bin.“

Erleichtert bedankte sich mein Sohn und ging zu seinen Kindern, die in der Zwischenzeit kurz allein waren. Er nahm das Handy mit um gleich antworten zu können. Nach ca. 15 Minuten kam ein anderer Anruf. Er kam zu mir und erkundigte sich, ob ich einen Rückruf machen wollte.
Ich verneinte das und wollte wissen ob sich die Ärztin schon gemeldet hatte.
Mein Sohn antwortet mir „leider nein“. Ich sagte ihm, dass das schlecht ist und mir nicht mehr viel Zeit bleibt. Er rief die Ärztin an, diese war schon bei sich zuhause angekommen und müsse nur noch die Stiegen hoch gehen. Sie würde sich gleich zurückmelden.
Drei Sekunden später blieb mein Herz stehen.

Erzähler: Mein Vater spürte plötzlich, dass etwas nicht stimmt und hob seine rechte Hand. Irgendetwas stimmte nicht. Plötzlich spannte er die Nackenmuskulatur an und der Kopf neigte sich ca. 10° nach hinten. Seine Augen drehten sich nach oben. Er krampfte beide Hände mit Faustballen nach oben zum Oberkörper und war danach bewusstlos.
Ich schrie nach meinem Pap und wartete auf eine Reaktion. Ich zog ihn an mich heran und spührte seinen leblosen Körper. Seine Frau neben ihm schrie, Ooo nein O mein Gott Johann und weinte.
Ich legte ihn waagrecht ins Bett und versuchte einen Herzschlag zu hören, und fing mit den Wiederbelebungsmaßnahmen an.
Herzmassage & Beatmung.
Lena (meine Stiefmutter) rief seinen Bruder an, der kurz danach bei uns war. Danach unterstütze sie mich bei der Wiederbelebung. Mein Onkel rief den Notarzt an und gab mir die Anweisung vom Notarzt weiter. Ich legte meinen Vater auf den Boden und machte mit den Wiederbelebungsmaßnahmen weiter.

Ich kann nicht sagen wie lange es gedauert hat, bis der Notarzt bei uns war. Aber wieder war Corona das erste Thema. Ich wurde abgelöst und alle anderen gingen wieder raus um sich umzuziehen. Danach versuchten sie meinen Vater 25 Minuten wiederzubeleben. Doch er war tod.
Offiziell wird er als Corona Opfer in die Statistik einfließen. Doch ich weiß es besser.

Die 25 Minuten vergingen für mich wie zwei Minuten. Die folgenden zwei Nächte waren schlimm für mich und ich habe die Nähe meiner Kinder und meiner Frau gesucht um in der Nacht Schlaf zu finden. Immer wieder wachte ich auf und sah meinen Vater in seinen letzten Momenten vor mir.

Ich habe seit seinem Tod diese Geschichte ca. 40 mal erzählt. Es war schmerzhalft aber es hat mir auch geholfen. Alle, die angerufen haben, waren entrüstet und viele haben mir ihre Hilfe und Unterstützung angeboten. Dafür möchte ich Euch Danke sagen. Leider konnte ich mir nicht die Telefonnummern merken, die ich mir merken hätte sollen. Ich versuche euch alle noch über die Beerdigung zu informieren und wann ihr die Möglichkeit habt, euch persönlich zu verabschieden.
Voraussichtlich: Fr. den 19.11.2021 von 09:00 bis 13:30, Friedhof Kottingbrunn.